Klappe halten! 10 Gründe, warum Meetings Denkpausen brauchen

Denken bestimmt unser Handeln – hört sich logisch an, oder?
Wenn wir uns also wenig bis gar keine Zeit gönnen, um nach- oder vorzudenken, wird´s im Machen garantiert ein Minus an Qualität und Nachhaltigkeit geben.

Hier nun die zehn guten Gründe, warum Nachdenk-Pausen gerade in Meetings essentiell sind.

1.    Aufmerksamkeit schenken
Den eigenen Gedanken und denen anderer auf die Spur zu kommen, mit Interesse und Offenheit zuzuhören – das geschieht mit Pausen und lässt Respekt wachsen.

2.    Gelassenheit begründen
Wir befreien uns von Hetze und Drängelei und schaffen die Basis für durchdachte Entscheidungen. Dann brauchen wir hinterher nicht zu stöhnen: „Hätten wir bloß nochmal darüber nachgedacht …“

3.    Gleichwertigkeit schaffen>
Hinhören ist Wertschätzung und sagt: „Du hast etwas Wesentliches beizutragen“ – auch die Stillen erhalten auf diese Weise Zeit und Raum.

4.     Informationen verfügbar machen
Wer ausreichend Zeit hat, um über eine Sachlage nachzudenken, kann Informationen zur Verfügung stellen, die ein genaueres Bild der Realität ermöglichen.

5.    Unterschiedlichkeit nutzen
Die Verschiedenheit von Menschen bringt diverse Aspekte an einer Sache zum Vorschein – warum also nicht alle in ihrem Tempo zu Wort kommen lassen, gern auch mit Denkpausen dazwischen? Manch gute Idee ist durch Unterbrechungen schon im Keim erstickt worden …

6.    Intuition aktivieren
 Manche Entscheidungen wären anders verlaufen, wenn wir auf unser „Bauchgefühl“ gehört hätten. Denk-Pausen machen das möglich.

7.    Gefühle zulassen
Wer Gefühle zulässt, macht es sich selbst leichter – das innere OK ist leichter wahrnehmbar und Irritation oder Zweifel haben schon vor manchem Fehler bewahrt.

8.    Ermutigungszonen einrichten
Es geht in Meetings nicht um Wettbewerb, sondern um den besten Weg für die gemeinsame Sache. Gemeinsames Nachdenken ist der beste Weg zu wirklicher Kooperation.

9.    Ideen sprudeln lassen
Die besten Ideen tauchen oft dann auf, wenn wir innehalten, wenn wir Luft holen, wenn wir mal kurz still sind.  Warum also nicht mal bewusst Pausen einlegen?

10. Ressourcen an die richtige Stelle bringen
Wieviel Energie und Zeit bringen Sie auf, um Fehler zu korrigieren, die aus übereilten Entscheidungen heraus gemacht werden? Wenn wir nur einen Teil der Zeit in mehr Nachdenk-Qualität investieren, bleibt sogar noch Power für neue Ideen!

„Warum checken die das nicht?“ Wie du deine Mitarbeiter mit Ansagen sprachlos machst

Hallo Daniel,

danke, dass ich heute so einen fantastischen Einblick in eure Produktion und Projektarbeit bekommen konnte. Ich bin echt baff, wie ihr die Anforderungen eurer Kunden in Idee und Tat umsetzt. Und es war deutlich zu erkennen, wie sehr deine Teammitglieder dich schätzen und deinen Lead achten.
Im anschließenden Gespräch konnte ich allerdings deine Unruhe wahrnehmen, weil du merkst, dass die Kommunikation nicht so leicht flutscht, wie du es gern hättest.
Du gibst viele Informationen frei, willst Transparenz schaffen. Für Fragen bist du jederzeit offen. Deine Mitarbeiter sollen so viel Freiraum wie nur möglich haben. Du stattest sie mit allen Zahlen, Daten, Fakten aus, die sie brauchen. Projektsoftware, Whatsapp, Info-Boards – durchdachte Wege, die du da aufmachst.
Und dennoch, so erzählst du mir, kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Auseinandersetzungen. Leute gehen andere Wege, als du es erwartet hast. Manche sprechen sich mit anderen zu wenig ab. Es wird besprochen und dennoch kommt es nicht zum gewünschten Ergebnis: „Jetzt kommunizieren wir so viel und irgendwie funktioniert´s einfach nicht.“ Das nervt, sagst du.

Du ahnst wahrscheinlich, worauf ich jetzt hinaus will, stimmts? Es ist mein alter Satz, den ich wie ein Mantra vor mir hertrage (und der mir gerade in Zeiten von New Work und agilem Arbeiten immer wichtiger wird):

Kommuniziert ist noch lange nicht verständigt!

In meiner Tätigkeit erlebe ich das oft: Da werden Monologe gehalten, Kommunikation wird dann eine Art Einbahnstraße. Leute geben Infos raus oder „machen Ansagen“. Sie teilen etwas mit, sie sprechen über Dinge, sie demonstrieren ihr „Was machst du gerade?“ auf facebook, twittern Statements, chatten … und glauben dann, dass alles damit gesagt ist.

Doch wo bleibt die Resonanz? Wo macht es Klick, so dass Verbindung entsteht?

Verständigung ist eben ein bisschen mehr als Kommunikation. Sie passiert dort, wo wir von unserem Gegenüber Resonanz bekommen oder uns gezielt holen. Wir reden eben nicht vom Gleichen, wenn wir dasselbe sagen.

Mehr Dialog statt Ansagen – so gehts:

–        Um die Sichtweise des anderen bitten: „Wie siehst du das Ganze?“ „Hast du Bedenken, die wir berücksichtigen müssen?“

–        Eigene Irritation wahrnehmen und aussprechen: „Ich bin mir gerade nicht sicher, ob rüberkommt, was ich sagen will“

–        Rückmeldung einholen: „Was ist aus deiner Sicht der nächste Schritt?“

–        Nachfragen, was der andere aufgenommen hat: „Was ist bei dir angekommen, worum es mir geht?“

–        Miteinander überlegen, was jede und jeder braucht, damit Missverständnisse in Zukunft vermieden werden können: „Wie vermeiden wir
          in Zukunft, dass wir aneinander vorbeireden?“

–        „Waber-Wörter“ konkretisieren: „Was genau meinst du, wenn du sagst: Wir müssen effizienter arbeiten?“

Nur wenn du eine menschliche Verbindung aufbaust, werden deine Mitarbeiter „verstehen“. Nur wenn sie verstehen, werden sie tragfähige Ergebnisse hervorbringt. Nur wenn du sichergehst, dass du dich klar ausgedrückt habst. Dass der andere dich verstanden hat. Dass wir das Gleiche meinen, wenn wir über eine Sache sprechen.

Wenn du den Eindruck hast, dass es bei euch manchmal daran scheitert, dann dann lass uns das gern im nächsten Team-Coaching thematisieren.

Bis dahin eine gute Zeit

Marianne

Schluss mit Harmoniegesäusel! So machst du klar, wofür du stehst.

Hallo Emma,

dieser Konflikt geht dir echt an die Nieren, stimmts? Du bist sprachlos und ringst darum, ob und wie du das Ganze ansprechen sollst. Das kann ich gut verstehen, weil es ja auch zur anderen Seite ausschlagen kann.

Ansprechen oder Mund halten – das ist deine Frage!

Da ist deine Kollegin auf der Station, die immer wieder ihre Dienste tauscht, so dass es am besten ihrem Freizeitplan entspricht. Sie lässt außer Acht, dass die fachliche Besetzung auf der Intensivstation stimmen muss. Das machst deinem Ärger Luft, weil dir das Wohl der Kinder auf eurer Station am Herzen liegt und du selber die Last der Verantwortung spürst: Hier muss jede und jeder Hand anlegen, ihr seid extrem gefordert, weil es stets um Leben und Tod geht. Du schreibst, das geht einfach nur, wenn auf die Kollegen voll und ganz Verlass ist.

Jetzt allerdings quält dich die Frage, wie du mit dem Konflikt am besten umgehen sollst. Du hast bereits versucht, das Thema im Team anzuschneiden, bist jedoch nicht durchgekommen. Du hast Sorge, dass das Team-Klima schlechter wird, wenn du mit der Kollegin sprichst, weil zwischen euch schon ziemliche Spannung spürbar ist. Es spricht schon mal sehr für dich, dass du nicht einfach nur rot siehst, sondern die Wirkung im Blick hast.

Unausgesprochenes wirkt – geht unter die Haut.

Unausgesprochenes liegt uns schwer im Magen, drückt uns nieder, geht an die Nieren. Da schnürt es einem dem Hals zu und macht Kopfzerbrechen. Unsere Sprache bringt es drastisch auf den Punkt: Unausgesprochenes wirkt – und zuallererst immer auf uns selber. Nicht gerade wohltuend!

Viele Leute sagen mir dann allerdings: Aber ich kann doch nicht alles aussprechen, was zwischen uns nicht stimmt! Dann streiten wir ja nur noch. Dazu sage ich unumwunden:

Unausgesprochenes wirkt immer. Dann lass es lieber gut ausgesprochen wirken!

Ich darf diesen „magic moment“ des Aussprechens in der Konfliktklärung immer wieder erleben: Menschen sagen, was ihnen gegen den Strich geht, was ihnen wirklich wichtig ist, was für sie so einen hohen Wert darstellt – und dass sie nicht darauf verzichten wollen. Das ist nicht leicht, doch immer wieder beeindruckend.

Vor allem dann, wenn sich beim Gegenüber bewegt: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Achtung, mehr Verbundenheit. Plötzlich Augenkontakt, Wahrnehmen, Offenheit.

Es ist dieser Moment, der deutlich macht: Ja, ich verstehe, worum es dir geht – und kann es anerkennen.

Echte Harmonie und wirkliche Verbundenheit passiert ausschließlich dort, wo Menschen miteinander sprechen und sich austauschen. Worte finden für das, was ihnen wertvoll ist. Dafür einstehen. Sich offen zeigen, dass sie verletzlich sind, wenn ihre Werte nicht zum Zug kommen.

Mut zum Klartext – NICHT GEGEN den anderen, sondern FÜR meine Werte!

Ich weiß auch, dass die Angst groß ist vor diesem Schritt: Wie wird der andere es aufnehmen? Kann ich mich so ausdrücken, dass es nicht ein Angriff wird, sondern wirklich ein Einstehen für mich? Werden wir anschließend noch gut miteinander klarkommen? Oder wird das Team-Klima unwiderruflich geschädigt?

Das alles sind wichtige Bedenken und gleichzeitig gute Punkte zur Vorbereitung, die ich dir  zusammenfassen will.

So schaffst du echte Harmonie:

  • Mach dir bewusst, worum es dir wirklich geht: Was sind deine wichtigsten Werte, für die du hier eintreten möchtest?
  • Sei dir im Klaren darüber, dass deine Kollegin die Sache vielleicht völlig anders erlebt und bewertet – und lass dir erzählen, was ihre Sicht der Dinge ist.
  • Wenn du das Gespräch mit der Kollegin suchst, dann erzähl ihr von deiner Unsicherheit. Sprich davon, dass es für dich eine Mutprobe bedeutet, das anzusprechen. Dass du mit ihr gemeinsam eine gute Lösung finden möchtest. Dass dir wichtig ist, die Dinge nicht unausgesprochen zu lassen …
  • Wenn du mit ihr sprichst und es keine Verständigung gibt, dann hol dir Hilfe. Lass dich von einer dritten Person unterstützen, z.B. eurer Stationsleitung, jemanden aus dem Personalrat, einer externen Person. Diese soll nicht Partei ergreifen, sondern euch beiden helfen, dass ihr einander zuhört und euch auf die jeweilige Sichtweise des anderen einlassen könnt. Also jemand, der moderiert und nicht dirigiert.

Lass dir bloß nicht weismachen, dass das ein einfacher Schritt ist, so nach dem Motto: Hier hast du mal einen Ablaufplan, halt dich dran und dann klappt das schon. Es wird immer Angst machen, wenn wir uns verletzlich zeigen – und jede Menge Mut brauchen.

Doch ich mach mich für dieses Thema stark, weil ich aus Erfahrung weiß: Es lohnt sich!

Wenn du also auf wirkliche Harmonie Wert legst, dann nimm deinen Mut zusammen und sprich aus, was dich bewegt. Du weißt ja, welches Wort entsteht, wenn du beim Wort „Wut“ den ersten Buchstaben auf den Kopf stellst, oder?

Marianne

Wertschätzung säen

Wertschätzung gesät, Misstrauen geerntet? – wie Anerkennung deine Mitarbeiter*innen wirklich stärkt

Liebe Emilia,

eine interessante Frage, die du da stellst:

Kann es sein, dass es Menschen gibt, die gar keine Anerkennung wollen oder es einfach nicht vertragen, wertgeschätzt zu werden?  

Zuerst hab ich gestutzt, als ich das gelesen habe, doch dann kam dein Beispiel von Herrn B.
Er ist in deinem Team Fachexperte für die IT und ein bisschen wortkarg. Als Chefin wolltest du ihm was Gutes tun, hast seinen Einsatz bei den letzten beiden Projekten gelobt, hast ihm gesagt, dass es dank seines Tuns wirklich gut läuft.

Du hast auf seine Reaktion gewartet. Er hat deine Worte unkommentiert gelassen, hat keine Miene verzogen. Du hast den Eindruck, dass er sich gerade ein bisschen zurückzieht.

Ich weiß ja, dass in allen Magazinen und Fachartikeln die Wertschätzung als das A und O betrachtet wird. Man wird nicht müde zu betonen, dass es das wichtigste Führungsinstrument überhaupt ist. Dass Wertschätzung für uns alle essentiell ist.

Ja, Wertschätzung ist essentiell für uns Menschen – doch nur dann, wenn sie ZWECKFREI ist.

Ich bin der Meinung, dass Wertschätzung kein „um zu“ gebrauchen kann, dass kein Zweck damit verfolgt werden darf, dass es nicht um Nutzen dahinter geht.

Was passiert, wenn Menschen spüren, dass sie mit Wertschätzung „gesteuert“ werden sollen?

Menschen werden misstrauisch.

–        Sie fragen sich: Was möchte sie damit erreichen?

–        Soll ich weichgekocht werden?

–        Soll ich freiwillig noch weitere Aufgaben übernehmen?

–        Braucht sie wieder Überstunden von mir?

Menschen wehren ab.

–        Sie sind es nicht gewohnt, Anerkennung anzunehmen.

–        Sie wollen nicht hervorgehoben werden.

–        Sie haben Angst vor der Reaktion anderer (Neid, Spott …)

–        Sie wollen sich nicht manipulieren lassen.

Wenn es keine Unternehmenskultur gibt, in die Wertschätzung eingebettet ist, wird es als methodischer Kniff erst recht nicht funktionieren, bzw. gleich ins Gegenteil umschlagen.

Wie geht also echte und zweckfreie Wertschätzung?

–        Sie wird als echte Rückmeldung gegeben.

–        Sie ist ein Geschenk.

–        Sie ist kein methodisches Werkzeug, sondern ein Akt der Menschlichkeit.

–        Sie entspringt aus einer menschenfreundlichen Haltung, aus einem positiven Menschenbild:
          Wie gut, dass du da bist. Dass du hier für uns tätig bist. Dass du hier mitwirkst.
          Dass du deine Kompetenzen hier einbringst.
          Wir nehmen es nicht als selbstverständlich, was du hier für uns bist und tust.

–        Sie ist kein Lob, mit dem ich anderen klarmache, dass sie hier den gesetzten Standards entsprechen. 😉

Es gilt also andere Wege zu beschreiten – und das Positive, das wir sowieso wahrnehmen, ins Wort bringen (wer wenig Positives wahrnimmt, fängt mit Schritt 1 an, nämlich den eigenen Blick zu schulen, was im eigenen Unternehmen wirklich gut läuft ).

Wenn du immer deutlicher erkennst, was gut läuft, passieren zwei Dinge: Zum einen wirst du selber fröhlicher und dankbarer – und du erkennst, dass Menschen echt gern zum Gelingen beitragen (wollen, wenn sie dürfen).

Jetzt das Ganze in Sprache gepackt und das geht so:

1.     Beschreibe, was du gesehen und gehört hast.

2.     Sprich die Wirkung an, die das hatte (auf Kunden, auf die Zusammenarbeit, auf dich selbst … )

3.     Bedanke dich.

… und das alles in drei kurzen Sätzen! 😉

Und noch ein Tipp: Bei introvertierten oder schweigsamen Personen nicht auf eine Reaktion warten, sondern das Ganze mal im Vorübergehen ausprobieren, so dass es allein weiterwirken kann (weil der andere sich dann nicht zur Reaktion verpflichtet fühlt – und die Anerkennung kann einsickern ). Vielleicht auch ein Tipp für Herrn Breitenberger?!?

Was mich immer wieder am meisten beeindruckt: Wie Menschen leuchten und aufblühen, wenn sie als Mensch und mit ihrem Beitrag wahrgenommen werden, wenn sie spüren, dass Wertschätzung aus dem Herzen und nicht aus dem Methodenkoffer kommt!

So … und hier meine Wertschätzung für dich: 😉

„Danke für deine geniale Frage, die mich echt nachdenklich gemacht hat. Du hast mich mein Lieblingsthema neu beleuchten lassen – wie schön, dass du damit auf mich zugekommen bist.“

Lieben Gruß
Marianne

Probleme sind auch nur Lösungen in Arbeitsklamotten!

Liebe Lena,

ich musste heute echt lachen, wie du mir diesen Satz entgegengeschmettert hast, als ich dir von den Verzögerungen auf unserer Baustelle erzählte. Und du hast gleich noch  hinterher geschoben: „Und das bleiben sie auch, egal wie du damit umgehst!“ Dein breites Grinsen erheitert mich noch immer, auch wenn ich im ersten Moment deine Botschaft gar nicht hören wollte.

 Doch dann tauchen in meinem Kopf zwei Bilder auf:

Zuerst kommt mir Harry in den Sinn, ein genialer Handwerker, der alles aufs Genaueste durchdenkt und Arbeiten unglaublich strukturiert und geschickt ausführt. Ich bin beeindruckt, weil er detailgenau abwägt und die beste Lösung entwickelt.
Doch er hat einen kleinen Fehler. Er spricht „Problemsprache“: Das ist schwierig, das geht nicht, da haben wir ein Problem, da ist ein Hindernis, das können wir so nicht machen …
Nach zwei Tagen Absprachen merke ich, dass ich müder werde, dass ich nicht mehr so viel hören will von all diesen Dingen. Und er schaut auch immer ganz ernst drein.

Doch dann kam die Fensterbauer-Power!

Wir hören schon das schallende Lachen der 5-Mann-Truppe, als sie unsere Baustelle betreten.
Heute müssen die Fenster-Schiebetüren rein und was hör ich?

„Fitness-Studio gibt es bei uns umsonst!“ „Schleppen ist doch immer noch besser als rumstehen!“ „Wie schlapp wären wir bloß ohne unsere Arbeit!“ – was immer wieder großes Gelächter zur Folge hat.

Klare Anweisungen, aufmunternde Worte, ein gemeinsamer Kraftakt und schon sitzen die beiden Riesenfenster am richtigen Platz!

Hier ist „Lösungssprache“ am Werk: Das machen wir am besten so, das schaffen wir schon, wir haben schon ganz andere Fenster gestemmt, …

Anstrengende Arbeit – garniert mit einer guten Prise Humor, mit ansteckendem Lachen und witzigen Erzählungen vom Abend vorher

Warum mir das jetzt zu deinem Satz gerade wieder einfällt?

Weil mir klar wird, wie recht du hast: Es ist immer meine Entscheidung, wie ich mit den alltäglichen Realitäten und manchmal auch Widrigkeiten umgehen will. Und dass ich die größte Wirkung damit auf mich selbst habe.

Also beste Erkenntnis für heute:

Wenn dir nach granteln (bayerisch für schlechtgelaunt J) ist, bleib ruhig beim Problem. 
Wenn dir der Sinn nach Zufriedenheit und  guter Laune steht, switch um auf Lösungen!

Das wollte ich dir noch kurz schreiben – danke für dein offenes Ohr heute und bis bald

Deine Marianne

PS: Kaum fertig mit Schreiben, kommt der nächste Baustellen-Anruf … ich übe weiter!

Wie Neid mich wunschlos glücklich macht

Neid ist eigentlich kein Gefühl, das wir gerne zugeben. Da stehen wir doch drüber, oder?

Und dann erzählt der Kollege strahlend von seiner neuen Arbeit und der Gehaltserhöhung. Eine Freundin ruft an und sagt, dass sie sich die erträumte Wohnung gekauft hat – natürlich stadtnah mit Blick auf grüne Weiden und Auen. Eine Bekannte erzählt von ihrer neuen Liebe und der Nachbar nimmt sich nächsten Monat ein Sabbatjahr und reist durch die Welt.

Ach nein, neidisch bin ich eigentlich nicht. Nur so ein kleines Grummeln in der Magengegend, so ein… , so eine kleine Stimme in mir – die sagt: „Und ich?“ Mhm, eigentlich hätte ich das auch gern. Mhm, eigentlich bin ich ja zufrieden. Ja, eigentlich hab ich ja auch genug – passt doch eigentlich!

Eigentlich?

Passt es wirklich? Doch das Grummeln will einfach nicht verschwinden.

Lerne den Neid zu spüren, und wähle dann!

Lerne den Neid zu spüren: Wofür soll das denn gut sein? Der frisst mich doch nur von innen auf. Halt, stopp: Der frisst mich doch nur auf, wenn ich ihn nicht spüre, wenn ich ihn vor sich hin grummeln lasse.

Was ich nämlich dahinter spüre, sind meine Wünsche, meine Sehnsüchte. Das, was vielleicht auch noch wichtig sein könnte in meinem Leben. Es könnte ja sein, dass ich auch noch Träume verwirklichen möchte, vielleicht selbst mal durch die Welt reisen will.

Lerne den Neid zu spüren, und wähle dann!

Bin ich mutig genug, meine Wünsche und Sehnsüchte überhaupt die Erlaubnis zu geben, sich zu zeigen? Nur wenn ich das tu, kann ich wählen. Dann ist sie überhaupt erst da, die Möglichkeit zu wählen.

Jetzt kann ich nicht nur an den Gewinn denken, sondern auch an den Preis. Bin ich bereit für eine bessere Stelle in unbekannte Welten einzutreten? Bin ich bereit mich den Ängsten und den Unsicherheiten, die damit verbunden sind, auszusetzen? Bin ich bereit für eine schöne Penthouse-Wohnung auf Dinge zu verzichten, die mir heute wichtig sind? Bin ich bereit ein Stück meines Komforts oder meiner Zeit, die mir jetzt zur Verfügung steht, aufzugeben? Bin ich bereit dass zu tun, was meine Nachbarin getan hat, nämlich 6 Jahre viele Überstunden zu arbeiten, um jetzt dieses Sabbatjahr zu machen?

Lerne den Neid zu spüren, und wähle dann.

Neid hat viel damit zu tun, von welchen Dingen ich mich beeindrucken lasse. Von Status? Von materiellen Dingen? Von Konsum?

Neid stellt die ganz grundsätzliche Frage:

  • Was ist für mich Lebensqualität?
  • Wovon hängt es letztendlich wirklich ab, ob mein Leben gelingt und erfüllt ist?

Lerne den Neid zu spüren und wähle dann. Denn dann wirst du das bekommen, wonach du dich sehnst!