Kommuniziert ist noch lange nicht verständigt


Hallo Daniel,

danke, dass ich heute so einen fantastischen Einblick in eure Produktion und Projektarbeit bekommen konnte. Ich bin echt baff, wie ihr die Anforderungen eurer Kunden in Idee und Tat umsetzt. Und es war deutlich zu erkennen, wie sehr deine Teammitglieder dich schätzen und deinen Lead achten.

Im anschließenden Gespräch konnte ich allerdings deine Unruhe wahrnehmen, weil du merkst, dass die Kommunikation nicht so leicht flutscht, wie du es gern hättest.

Du gibst viele Informationen frei, willst Transparenz schaffen. Für Fragen bist du jederzeit offen. Deine Mitarbeiter sollen so viel Freiraum wie nur möglich haben. Du stattest sie mit allen Zahlen, Daten, Fakten aus, die sie brauchen. Projektsoftware, Whatsapp, Info-Boards – durchdachte Wege, die du da aufmachst.

Und dennoch, so erzählst du mir, kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Auseinandersetzungen. Leute gehen andere Wege, als du es erwartet hast. Manche sprechen sich mit anderen zu wenig ab. Es wird besprochen und dennoch kommt es nicht zum gewünschten Ergebnis: „Jetzt kommunizieren wir so viel und irgendwie funktioniert´s einfach nicht.“ Das nervt, sagst du.

Du ahnst wahrscheinlich, worauf ich jetzt hinaus will, stimmts? Es ist mein alter Satz, den ich wie ein Mantra vor mir hertrage (und der mir gerade in Zeiten von New Work und agilem Arbeiten immer wichtiger wird):

Kommuniziert ist noch lange nicht verständigt!

In meiner Tätigkeit erlebe ich das oft: Kommunikation als eine Art Einbahnstraße.

Leute geben Infos raus oder „machen Ansagen“. Sie teilen etwas mit, sie sprechen über Dinge, sie demonstrieren ihr „Was machst du gerade?“ auf facebook, twittern Statements, chatten … und glauben dann, dass alles damit gesagt ist.

Doch wo bleibt die Resonanz? Wo macht es Klick, so dass Verbindung entsteht?

Verständigung ist eben mehr als Kommunikation und passiert dort, wo wir von unserem Gegenüber Resonanz bekommen oder uns gezielt holen.

Wir reden eben nicht vom Gleichen, wenn wir dasselbe sagen.

Mehr Dialog statt Monolog

–        Eigene Irritation wahrnehmen und aussprechen: „Ich bin mir gerade nicht sicher, ob rüberkommt, was ich sagen will“

–        Rückmeldung einholen: „Was ist aus deiner Sicht der nächste Schritt?“

–        Nachfragen, was der andere aufgenommen hat: „Was ist bei dir angekommen, worum es mir geht?“

–        Miteinander überlegen, was jede und jeder braucht, damit Missverständnisse in Zukunft vermieden werden können: „Wie vermeiden wir
          in Zukunft, dass wir aneinander vorbeireden?“

–        „Waber-Wörter“ konkretisieren: „Was genau meinst du, wenn du sagst: Wir müssen effizienter arbeiten?“

So baut sich eine menschliche Verbindung auf, die dann tragfähige Ergebnisse hervorbringt. Nur so können wir sichergehen, dass wir uns klar ausgedrückt haben. Dass der andere uns verstanden hat. Dass wir das Gleiche meinen, wenn wir über eine Sache sprechen.

Wenn du den Eindruck hast, dass es bei euch manchmal daran scheitert, dann dann lass uns das gern im nächsten Team-Coaching thematisieren.

Bis dahin eine gute Zeit

Marianne